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letzte Änderung: 17.02.14
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>> Christen in der Politik

Politik als Dienst - 15 (unvollständige) Thesen

Christen haben einen politischen Auftrag

Für Christen darf Jeremia 29, 7 gelten: "Suchtet das Wohl der Stadt, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl." Christen sind für das gesamte Gemeinwesen mitverantwortlich. Gebet und Tat gehören zusammen.

Christen können sich der Politik nicht entziehen

Politik ist alles, was sich nicht zwischenmenschlich lösen lässt. Wenn Regeln aufgestellt werden - ob sie Gesetz, Dekret, Verordnung heissen - handelt man politisch. Ob gewollt oder nicht, die Politik prägt das Leben aller mit. Deshalb dürfen sich Christen diesem Aufgabenbereich nicht entziehen.

Christen sorgen für den freien Lauf des Evangeliums

Zentrale Aufgabe der Christen ist es, dafür zu sorgen, dass die Verkündigung des Evangeliums durch staatliche Massnahmen nicht behindert, sondern gefördert wird.

Christen haben einen politischen Weitwinkel

Christen sind offen für alle Fragen, die sich ihnen stellen. Auch wenn nicht alle die gleiche Bedeutung haben, ist die Haltung, aus der heraus gehandelt wird, immer von entscheidender Bedeutung.

Christen setzen Pflöcke ein

Christen gestalten das politische Leben bewusst mit. Sie entwickeln Eigeninitiative und reagieren nicht nur auf Vorschläge anderer. Im Umweltbereich z.B. wurden wesentliche Zielsetzungen zuerst von Christen aufgestellt.

Christen unterscheiden zwischen Grundsatz-, Ueberzeugungs- und Sachfragen

Auch wenn Christen für alle politischen Fragen mitverantwortlich sind, haben nicht alle die gleiche grundsätzliche Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, Grundsatzfragen nicht zu relativieren und Sachfragen nicht zu Grundsatzfragen emporzustilisieren. Grundsatzfragen sind Fragen, bei denen es für Christen nur eine verantwortbare Haltung gibt.
Ueberzeugungsfragen sind Fragen, mit welchen sich Christen intensiv auseinandersetze müssen, jedoch nicht eine einzige Antwort als die einzig christliche bezeichnet werden kann.
Sachfragen sind Fragen, bei denen es um Ermessensentscheide geht.

Christen verstehen ihren Auftrag als politische Diakonie

Der Schöpfer des ersten EVP-Parteiprogrammes, der Basler Geschichtsprofessor Hermann Bächtold, formulierte vor über 80 Jahren wie folgt: "im Geist entschlossener Bruderliebe, die sich gründet auf den Gehorsam gegen den Willen Gottes." Politik ist ein Dienen aus der Liebe heraus. Politik darf für Christen nicht zu einem Geschäft degradiert werden.

Christen üben verantwortliche Haushalterschaft

In 1. Mose 1, 26 - 28 steht, dass Gott den Menschen zu seinem Ebenbild schuf, dass er ihm Macht über seine Schöpfung gab. Die Erde gehört jedoch nicht den Menschen, sie ist eine Leihgabe Gottes, für die eine besondere Verantwortung besteht. Damit ist der Einsatz für die Umwelt keine Modesache, sondern eine ganz wesentliche biblische Forderung.

Christen setzen sich für das Recht auf Leben und für die Menschenwürde ein

Christen sind verantwortlich gegenüber Gott und gleichzeitig für die Gemeinschaft, in die sie gestellt sind. Im Sinne der Bibel bedeutet Menschenwürde, dass jeder einzelne Mensch einen unendlich grossen Wert hat. Die Begründung der Menschenwürde liegt nicht im Menschen selber oder in seinen Fähigkeiten, sondern sie ist begründet in dem, was von Gott, unabhängig von Nationalität, Rasse, Geschlecht, Gesundheitszustand, gegeben wurde. Jeder Mensch hat die gleiche Würde. Der Einsatz für das Leben und die menschliche Würde ist für die Tätigkeit des Christen in der Politik entscheidend.

Christen widersetzen sich dem Block- und Schemadenken

Christen verfallen bei der Beurteilung politischer Fragen nicht dem traditionellen Links-Rechts-Denken oder einem anderen Schlagwortdenken. Durch das Formulieren eigener politischer Vorstellungen, welche auf der biblischen Grundlage fundieren, erfolgt eine eigenständige Beurteilung. Gängiges politisches Schablonisieren wird durchbrochen.

Christen betreiben keine Scheuklappenpolitik

Ein Verzicht auf Blockpolitik bedeutet keine Absage an politische Zusammenarbeit. Diese ergibt sich von Frage zu Frage. Da gehen Christen wechselnd mit all denen ein Stück gemeinsamen Weges, die in einer bestimmten Fragen zu den gleichen praktischen Folgerungen gelangen.

Christen widersetzen sich dem Zeit(un)geist

Christen beschäftigen sich nicht in erster Linie mit dem, was populär ist und am ehesten Wähler/innenstimmen verspricht. Unabhängig von Stimmungslagen vertreten sie Anliegen, welche ihnen aufgrund ihrer Verantwortung als Christen wichtig sind.

Christen vermeiden hemdsärmliges Politisieren

Wer politisch tätig ist, muss sich für seine Anliegen Gehör verschaffen. Dies gilt auch für Christen. Wesentlich ist der politische Stil. Gefragt sind ehrliches, überzeugendes, sachkundiges und selbstkritisches Vertreten der eigenen Standpunkte.

Christen gehen miteinander und mit Andersdenkenden im Geist der Liebe um

Hermann Bächtold: "Der geistige Kampf hat auch etwas Erfrischendes und klärt zuletzt die Luft besser ab als Halbheit und Unentschiedenheit. Alle Auseinandersetzung soll ja stets stehen unter dem Geist der Liebe." Gerade in Ueberzeugungsfragen ergeben sich immer wieder Auseinandersetzungen. Mögen diese doch vermehrt im Geist der Liebe bewältigt werden.

Christen wissen um die Vorläufigkeit ihres Handelns

"Das Christentum hat sich allemal in dem zu bewähren, was Gegenwartsaufgabe ist. Allerdings: Es dürfen nicht Werke ohne Glauben sein" (Hermann Bächtold). Christen sind hier und heute verantwortlich für ihr Tun. Sie dürfen jedoch wissen, dass es schliesslich nicht auf ihr Handeln ankommt, sondern auf das, was Gott, was Jesus Christus wirkt. Solches Wissen führt zu echtem Einsatz, ohne Verbissenheit.